Land 3 / Reisetag 17

Geschlafen habe ich sosolala. War viel enger als in Erinnerung im Seidenschlafsack. Zudem war die Luftfeuchtigkeit sehr hoch.

Ich bin dann den ganzen Tag in meinem Zimmer geblieben und habe am Blog gearbeitet. Gegen den Abend habe ich eine Pause gebraucht und Netflix angemacht. Es war schnell klar, was ich schauen werde: die zweite Staffel Disenchantement 😀 kurz vor deren Ende bin ich auch fast eingeschlafen. Kein Wunder, es war beinahe 2 Uhr morgens.
Gegessen habe ich den ganzen Tag die getrockneten Mangos und einen Schokoriegel, welche ich seit Peking mit mir rumschleppe. Zum GlĂŒck hatte ich noch eine Wasserflasche, sonst hĂ€tte ich wirklich aus dem Zimmer gemusst. War aber auch schön mal so.

Gegen Abend ist dann die Hölle ĂŒber uns zusammen gebrochen, weil es orkanmĂ€ssig angefangen hat zu regnen. Sogar der Strom fiel deswegen aus ein paar Mal. DafĂŒr war es viel frĂŒher ruhig als die Nacht zuvor.

Seid ihr auch schon gespannt, wie es weiter geht? Dann schaut rein bei der nĂ€chsten Episode von: „Relchen’s Adventures“!

Land 3 / Reisetag 16

Die erste Nacht im neuen Hotel war etwas anstrengend. Doch ich konnte dennoch halbwegs gut schlafen. Ich bin dann irgendwann aufgestanden. Dann habe ich den ganzen Rucksack auf dem Bett ausgeleert und angefangen, auszusortieren. Einen potenziellen Entsorgungsstapel habe ich gemacht und einen WÀschestapel. Die WÀsche habe ich anschliessend gewaschen und im Badezimmer verteilt und aufgehÀnkt. Danach bin ich raus, um etwas zu Mittag zu essen und eventuell in einem Café schreiben zu können. Ich habe an der Rezeption gefragt, wo ich diese SIM-Karte mit dem Datenpaket kaufen könne, welches bei ihnen ausgelegt ist und sie gab mir eine Richtung. Also lief ich mutig in dieses Labyrinth hinaus und in die angegebene Richtung. Nach gestern rechnete ich mit allem.

Auf dem Weg kam ich an einem Ă€lteren Deutschen Ehepaar vorbei, das jemanden nach einer SIM-Karte fragte und wo man diese kaufen könne. Ich blieb stehen und sagte, dass sie gleich mit mir mitkönnten. Sie folgten mir und ich konnte an der nĂ€chsten Kreuzung das Logo ausmachen. Ich ging die paar Stufen hoch und zeigte dem VerkĂ€ufer den Flyer. Er schĂŒttelte den Kopf und meinte, dass er diese nicht hĂ€tte, sondern nur normale SIMs. HierfĂŒr brĂ€uchte er jedoch meinen Pass und ein Foto. WTH, dachte ich. Dann mischte sich der Ă€ltere Deutsche ein und fragte noch ein bisschen nach. EnttĂ€uscht zogen sie von dannen und ich lief weiter durch die Strassen. Bei einem weiteren Mobileshop fragte ich nach und erfuhr schliesslich, dass man dieses Datenpaket nur am Flughafen erhielt. Toll, fĂŒr was hat es denn mein Hotel aufliegen?

Ich ging weiter und versuchte wieder in dieses GewĂŒhl von Strassen zu kommen. Endlich gab es eine Seitenstrasse und ich ging diese hinab. Ich wollte kurz den Geocache machen bei einem BĂŒro, dann Mittagessen und anschliessend irgendwo sitzen und schreiben. An der entsprechenden Kreuzung konnte ich die erwĂ€hnten GeschĂ€fte nicht ausmachen und die Typen hier sind so aufdringlich und wollen immer alles wissen und dir irgendwie halbwegs helfen, aber lieber Geld machen. So bin ich dann wieder geflĂŒchtet und ins nĂ€chste Restaurant. Dort ass ich gemĂŒtlich zu Mittag und entdeckte dann an einem Nebentisch das Deutsche Ehepaar. Wir nickten uns freundlich zu. Und ich nahm meinen Mut nochmals zusammen und lief zur Kreuzung zurĂŒck. Dort sah ich mich suchend um und wurde natĂŒrlich prompt wieder angesprochen. Ich fragte nach dem BĂŒro. Der Mann nickte und zog mich einfach in einen Hauseingang und dort die Treppe hoch. Zuerst hatte ich Panik. Dann dachte ich, mir wird schon nichts passieren, schliesslich hatte es unten einen Sicherheitsmann. Als er mich dann vor einen Schönheitssalon absetzen wollte, riss ich mich los und sagte laut nein. Genervt stĂŒrmte ich die Treppe runter und konnte von unten schon das GelĂ€chter seiner Freunde hören. Ein Teenager fragte mich, ob er mir helfen könne und ob ich denn das suche, dabei zeigte er mit dem Finger aufs entsprechende Schild. Ich nickte. Er lief vor mir her in einen anderen Hauseingang und zeigte dann mit dem Finger die Treppe hoch. So stelle ich mir Hilfe vor! Heimatland nachemal!

Ich stieg die Treppe hoch und war dann abermals verwirrt, weil es weder Schilder noch sonst was hatte, mit dem ich wusste, wo ich klopfen mĂŒsste. Eine nette Dame von einen KurierbĂŒro sah mich durchs Fenster und zeigte mir dann die Richtung zum entsprechenden BĂŒro. Die TĂŒr stand offen und so trat ich zurĂŒckhaltend ein und grĂŒsste freundlich. Als ich Geocache erwĂ€hnte, holte eine Angestellte gleich alles hervor und stellte es auf dem Tisch bereit. Ich trug mich rasch ein und wollte nur noch ins Hotel. Kathmandu ist wirklich zu anstrengend fĂŒr mich. Ich komme mit diesen Leuten einfach irgendwie nicht klar. Ich vermisse Tibet! Ich vermisse die Tibetischen Leute! Scheiss auf das warme Wetter hier. Ich ziehe mich lieber wieder warm an und esse Yak und trinke meinen Tee. DafĂŒr ist es nicht mehr kompliziert mit dem bezahlen. Die schlagen bei der Kasse immer nochmals Steuern drauf und je nach dem noch Trinkgeld. Und wenn es Rappen sind, werden diese auch noch auf- oder abgerundet, so dass man auf volle Franken kommt. Das ist so immens anstrengend und schwer im Voraus zu rechnen. Ich finde es mittlerweile einfach nur noch teuer hier und will hier weg. Scheiss auf Sightseeing. Ich werde das Hotel nur zum essen verlassen und das billigste nehmen und mich dann wieder ins Zimmer verziehen und netflixen. Landschaft mag ja schön sein in Nepal, die Leute sind es kaum. Sie sind laut, sehr laut.

Im Hotel holte ich mir meine Mails an meinen Mann nach und wartete dann darauf, dass ich los musste, um Rob und Deb zu treffen. Schliesslich war es Robs Geburtstag! Ich schob schon Panik, weil ich wusste, ich musste da wieder raus und welche komische Begegnung nun auf mich wartete und ob ich den Treffpunkt finden wĂŒrde. Ich packte die Geschenke fĂŒr sie ein; 5 lokale Biere, die er garantiert noch nicht kannte und ein Buch ĂŒber die Katze des Dalai Lama fĂŒr sie, damit sie stets an mich denken konnte. Und bewaffnet mit Stadtkarte und Handy lief ich auf die Strasse und folgte dem Navi, wĂ€hrend ich versuchte aus der Stadtkarte schlau zu werden. NatĂŒrlich kamen von allen Seiten Kommentare und Hilfsangebote. Ich dachte nur, ich vertrau hier keinem und finde es garantiert allein. Nur vor dem Nachhauseweg graute es mir schon etwas. Dann war ich schon da und natĂŒrlich viel zu frĂŒh.

Ich stand also im Eingang zu den Gardens of Dream und spielte Picross, wĂ€hrend ich auf das PĂ€rchen wartete. Ich sah sie schon von weitem auf der anderen Strassenseite, doch es dauerte einen Moment, bis sie diese durch den vielen Verkehr ĂŒberqueren konnte. Rob hĂ€tte ich fast nicht erkannt, denn er hatte sich rasiert. Ich knuddelte ihn ganz fest und gratulierte ihm zum Geburtstag, dann umarmte ich Deb. Wir gingen hinein und ich zahlte die Tickets fĂŒr uns, da ich ihnen ja noch etwas Geld schuldete von Tibet her. Der Garten lag bereits im Dunkeln und war nur einzeln, aber kunstvoll beleuchtet. Wir liefen dennoch gemĂŒtlich durch diesen hindurch und setzten uns schliesslich in ein kleines CafĂ©, wo wir uns einen Aperitif gönnten und etwas quatschten. Sie meinten, dass ich die ganze Gruppe zusammen gehalten hĂ€tte und jeden so toll integriert und alles. War mir ĂŒberhaupt nicht bewusst gewesen, freute mich natĂŒrlich trotzdem. Deb zog ein Buch hervor und gab es mir als Abschiedsgeschenk. Es war die Fortsetzung von der Katze vom Dalai Lama. Ich musste mich so dermassen zusammen reissen, nicht vom Stuhl zu fallen vor lachen. Ich packte zuerst in alles Ruhe die Biere fĂŒr Rob aus und er machte grosse Augen. Dann zog ich das Buch fĂŒr Deb aus dem Rucksack und grinste als ich es ihr ĂŒberreichte. Wir sahen uns an und konnten dann nicht mehr aufhören zu lachen, weil es einfach zu köstlich war! Rob verstand die Welt nicht mehr. Deb fand, dass das doch irgendwie ein gutes Zeichen sei und grinste. Wir machten eine kurze Fotosession fĂŒr die anderen und bestellten dann endlich unsere Drinks.

Dann quatschten wir wieder ganz lange. Hierbei kam auch die Idee auf, dass wir ĂŒber Weihnachten zu ihnen könnten, wobei Deb es schade fand, dass sie dann nicht zu Hause wĂ€re. Nachdem bezahlen der Drinks auf meine Rechnung, liefen wir die andere Seite des Gartens hinauf und machten ein paar einfache Fotos, wobei das meiste geschlossen war. Wir fanden es schade und dachten, dass vielleicht bei Tageslicht es besser gewesen wĂ€re. Sie schlugen dann vor, dass wir doch in das Restaurant könnten, dass sie entdeckt hĂ€tten. Ich folgte ihnen und so liefen wir wieder ins GewĂŒhl der kleinen Strassen in meinem Viertel. Wir kamen an der Ecke vom Geocache vorbei und bogen jedoch in die andere Strasse ein.

Es war ein indisches Restaurant und schlicht, aber leicht edel eingerichtet. Rob und ich bestellten uns natĂŒrlich gleich den lokalen hĂ€rteren Alkohol aus Reis als Appetizer, welcher ĂŒberraschend sanft war und sie gönnte sich einen Cocktail, der wunderbar serviert wurde. Ich entschied mich, das Malai Kofta von hier zu probieren und ihr hauseigenes Naan mit gerösteten NĂŒssen und Kirschen. Das war vielleicht lecker! Wir teilten alles geschwisterlich und schmatzen glĂŒcklich. Zum Dessert bestellten Rob und ich uns den lokalen Apfelbrandy und eine kleine Auswahl zum Naschen fĂŒr alle. Der Brandy brannte leicht im Hals und war definitiv stĂ€rker als der Reisalkohol. Die Auswahl an Dessert, Gulab Jamun sicherlich und dazu Karotten- sowie Reispudding und einen KĂ€sekuchen. Wir waren uns einig, dass das Beste Gulab Jamun sei, dann der Reispudding, gefolgt vom Karottenpudding und am Schluss der trockene KĂ€sekuchen. Ich zahlte die Rechnung und sie begleiteten mich schliesslich bis zum Hotel. Dort verabschiedeten wir uns herzlich. NatĂŒrlich hatte ich die Biere vergessen aus dem Rucksack zu nehmen.

Ich ging die Treppe hoch und suchte nach meinem SchlĂŒssel. Ein Hotelangestellte folgte mir und sah mir einfach zu, wie ich den SchlĂŒssel suchte. Als ich ihn endlich fand, was er mit einem unnötigen Auflachen untermalte, fragte er mich seltsame Fragen, was ich mache und plane und wie lange ich hier sei und alles. Ich sage ja, die Leute hier sind echt seltsam! Ich gab ihm ausweichende Antworten. Ich verstehe einfach nicht, warum alle alles wissen mĂŒssen. Kaum im Zimmer verschloss ich beunruhigt die TĂŒr.

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Land 3 / Reisetag 15

Erschöpft stand ich auf und gesellte mich zu den anderen zu unserem letzten FrĂŒhstĂŒck miteinander. Sie sassen bereits zusammen am Tisch und machten noch ein paar Witze auf meine Kosten. Die meisten waren bereits abgereist oder schliefen noch. Dann waren sie alle so in einem GesprĂ€ch vertieft, dass ich ruhig blieb. Es herrschte eine seltsame Stimmung. Rob versuchte Matt dazu zu bewegen, dass er mit Keith den Annapurna Circuit machte. Keith fand das eine glĂ€nzende Idee. Ich irgendwie auch. Doch ich wusste, dass Matt am Abend nach Neuseeland aufbrechen wĂŒrde und ich war mir nicht sicher, ob er denn diese Geld wirklich in den Sand setzen wollte. Nach dem FrĂŒhstĂŒck ging ich mit den Jungs nach draussen und leistete ihnen beim Rauchen Gesellschaft. Keith bearbeitete weiter Matt und so gingen wir wieder hinein und sie fragten bei der Rezeption, ob sie ihnen helfen könne mit der Agentur zu telefonieren. Ich sagte, dass wir uns doch um 12 Uhr zum Auschecken in der Lobby treffen könnten und ging hoch. Oben packte ich in aller Ruhe meinen Rucksack und ging um halb 12 nach unten, checkte aus. Ein Angestellter kam und fragte, ob er mein GepĂ€ck nach draussen tragen dĂŒrfe. Ich verneinte freundlich, setzte mich auf das wahnsinnig bequeme Sofa und las eine Zeitschrift von der Lobby.

Um 12.15 Uhr fragte, ich die Rezeption, wo ich das GepĂ€ck lassen könne und ging hoch. Zuerst ging ich zu Matts Zimmer, es war offen und offensichtlich bereits gerĂ€umt. Dann ging ich zu Keith und klopfte an. Keine Antwort. So ging ich zu den Aussies und sie machten mir auf. Sie wĂŒrden erst um 13 Uhr auschecken und wissen nicht, wo die Jungs seien. Vielleicht ja auf dem Dach. Ich ging also auch da hoch. Der tolle Barkeeper von gestern Abend war wieder da und meinte, dass er die Jungs auch nicht gesehen hat. Ich seufzte und ging wieder in die Lobby und schrieb ihnen ne WSMS. Kurz vor 13 Uhr kamen sie dann an und entschuldigten sich. Matt liess sich neben mir aufs Sofa plumpsen. Ich fragte, was denn gewesen sei und was nun mit dem Trip wĂ€re. Matt sagte, dass es ausgebucht sei und er ja den Flug nach Neusseeland hĂ€tte. Keith stand die EnttĂ€uschung ins Gesicht geschrieben. Die Aussies kamen und so checkten alle aus. Ich erfuhr, dass Keith das neue Hotel gleich in der NĂ€he hĂ€tte wie mein neues. Und da ich davon ausging, dass Matt mitkam, sagte ich nur, wir könnten uns ein Taxi teilen. Kurz vor 14 Uhr meinte Keith, dass er jetzt los mĂŒsse fĂŒr das Kennenlernen seiner neuen Gruppe. Er stand auf und verabschiedete sich von den Aussies. Matt kam zu mir und nahm mich in den Arm. Verwirrt sah ich ihn und fragte, ob er denn nicht mitkomme. Er verneinte und sagte, dass er die paar Stunden hier in der Lobby verbringen wĂŒrde. Ich sah ihm nach als er zu Keith ging und dann sah ich Keith an. Dieser hatte TrĂ€nen in den Augen. Und da wusste ich es. Wir hatten uns beide auf eine Art in den gleichen Mann verliebt. Ich knuddelte die Aussies ganz kurz. Diese wĂŒrde ich ja am nĂ€chsten Tag zum Abendessen treffen und folgte Keith aus dem Hotel zum Taxi. Ich hielt seine Hand und drĂŒckte sie. Im Taxi nahm ich ihn den Arm, wĂ€hrend ihm die TrĂ€nen ĂŒbers Gesicht liefen und er sie mit der Hand wegwischte. Er versuchte vergeblich die GefĂŒhle hinunter zu spielen. Wir sprachen ein bisschen darĂŒber, wĂ€hrend der Taxifahrer mein Hotel auf der Karte suchte. Wir fuhren los. Keith wurde zuerst rausgelassen und bezahlte 2/3 der Fahrt. Und weil der Taxifahrer so nervös rĂŒberkam, machte ich nur kurz die TĂŒre auf, liess ein Bein im Auto und knuddelte Keith ganz fest, wenn auch leider zu kurz. Denn ich hatte immer Angst, dass das Taxi einfach losfahren wĂŒrde mit all meinem Habe.

Danach konnte ich bei meinem Hotel aussteigen. Es war zuhinterst in einer kleinen Seitengasse. Und wie es sich herausstellte mitten im Gewimmel. Ich checkte ein und bekam gleich den vollen Service. Das Personal war sehr freundlich, auch wenn fĂŒr mich schon fast ein bisschen zu aufdringlich. Sie wollte fĂŒr mich gleich fĂŒr die nĂ€chsten Tage ein volles Programm zusammenstellen und ich wollte eigentlich nur in mein Zimmer und in Selbstmitleid versinken. Weil Matt fort war und weil ich Keith sicher in Thailand und Kambodscha verpassen werde. Das Zimmer war eher eine Besenkammer und das Bettzeug hatte Flecken. Hiess also, dass der Seidenschlafsack wieder zum Einsatz kam. Das erste Mal auf dieser Reise. Ich verbrachte den ganzen Nachmittag in meinem Zimmer.

Am Abend als es bereits dunkelte fand ich, dass es vielleicht gut wĂ€re, mal was zu essen und ging aus dem Hotel. Ich war aber so naiv, dass ich nicht auf mein Weg achtete und mich prompt verlief, als ich vor einem zwielichtigen Typen zurĂŒck in mein Hotel flĂŒchten wollte. In mir kam Panik auf. Scheisse, scheisse, scheisse, dachte ich immer wieder. Ich stĂŒrzte mich einfach ins nĂ€chst beste Restaurant, um etwas zu essen und etwas herunter zu kommen. Mein Datenpaket funktionierte auch nicht. Das Restaurant gehörte zu einem Hotel und war sehr schön in einer Seitengasse gartenĂ€hnlich eingerichtet. GemĂ€ss Preisen war es wohl eines der gehobeneren. Mir egal. Ich gönnte mir was und trank das Tonic genĂŒsslich. GoogleMaps hatte mich dann endlich halbwegs lokalisiert und ich sah, dass ich es doch ganz in die NĂ€he des Hotels geschafft hatte. Ich war an der Kreuzung nur in die falsche Richtung gegangen. So lief ich an den komischen MĂ€nnern vorbei und musste mich durch eine Gruppe Halbstarker in die Seitengasse zum Hotel quetschen. MĂŒde und erschöpft sank ich auf mein Bett. Noch ein bisschen lesen und dann endlich schlafen. Einzig die Nachbarsgartenbar hatte Musik bis um 23 Uhr laufen und nicht wie von der Lobby gesagt bis um 22 Uhr. Egal. Ich konnte ja ausschlafen.

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Land 2 & 3 / Reisetag 14

Etwas benommen bin ich heute aufgestanden und habe die restlichen Sachen gepackt. Dann bin ich runter und habe die restlichen Yuan und ein paar Dollar bei einer Frau in Nepalesische Rupien gewechselt, so dass ich schon mal was in der Tasche hatte. Der Kurs war auch nur minimal schlechter.

Wir fuhren dann den Berg weiter hinab und zum Zoll hin. Auch hier mussten wieder ein paar Sicherheitskontrollen passieren und unsere PĂ€sse zeigen, wobei wir jedes Mal in einer bestimmten Reihenfolge stehen mussten. Nach einer guten halben Stunde erreichten wir den GrenzĂŒbergang und schulterten unser GepĂ€ck. Das Chinesische GebĂ€ude war nicht so gross. Wenn du einfach laufen könntest, wĂ€rst du in einer Minute durch. Doch wir mussten so lange warten, dass es wir schliesslich nach zwei Stunden hindurch geschafft haben. WĂ€hrenddessen habe ich nicht einmal meine Lucille oder den gelben Tagesrucksack abgezogen und auf das bin ich schon ziemlich stolz. Ich wartete direkt vor dem Scanner um mein GepĂ€ck kontrollieren zu lassen. Dies wurde jedoch gestoppt, weil vor mir die Deutschen ihr GepĂ€ck aufmachen mussten, weil sie ReisefĂŒhrer ĂŒber Tibet dabei hatten. War ja klar, dass sie unvorbereitet waren und dann auch noch ne Szene gemacht haben. Und dann kamen die immer zu mir, um sich darĂŒber zu beschweren und ich musste mich so zusammen reissen. Dabei steht klipp und klar im Internet, wenn du dich auch nur einen Hauch informierst, dass du keine ReisefĂŒhrer dabei haben darfst – weder ĂŒber China noch Tibet! Irgendwie haben sie es dann doch geschafft, diese behalten zu können, weil sie die aus einer Bibliothek geliehen hatten. War mir eigentlich auch egal. Dann hiess es wieder uns in der speziellen Aufstellung zu positionieren und unsere PĂ€sse zu zeigen. Jeder erhielt dann einen Stempel fĂŒrs Verlassen des Landes. Bevor wir dann das ZollgebĂ€ude verliessen, haben wir uns unter teils TrĂ€nen vom Guide und den anderen verabschiedet. 

Dann kam unser neuer Guide und hat uns mitgenommen ĂŒber die BrĂŒcke, die im Niemandsland ĂŒber den kleinen Fluss Richtung Nepal fĂŒhrte. Dort mussten wir auch wieder unser GepĂ€ck zur Kontrolle öffnen. Wir wurden anschliessend auf 3 Jeeps aufgeteilt und unser GepĂ€ck auf das Dach gehievt. Unseres wurde nicht mal befestigt. Die Jungs wollten mit mir fahren, was ich sehr schön fand. Unser Fahrer war ein junger, vielleicht Anfang 20 oder so und hat keine Miene verzogen.

Wir fuhren ein kleines StĂŒck hinab zum Immigrationscenter, wo wir fĂŒrs Visa anstehen mussten. Es wurden sogar Fotos gemacht. Der Preis hatte leicht hochgeschlagen. So bekamen wir unseren nĂ€chsten Stempel im Pass und konnten wieder in die Fahrzeuge einsteigen. Mir fiel auf, dass unser Fahrer immer wieder am Fahrzeug hantierte, wĂ€hrend wir beim Immigrationscenter auf unser Visum warteten. Aber wir konnten bei ihm die Bluetooth Spotify von meinem Handy hören und das war noch toll. Dann ging es los und damit eines meiner grössten Abenteuer ĂŒberhaupt. OMG! Was fĂŒr ein Tag, wenn ich daran zurĂŒck denke! Die Strassen waren so schlecht! Es war als wĂŒrdest du offroad in Island fahren, einfach 3-4x schlechter und auf der anderen Seite ging es die Schlucht hinunter und es hatte nur Platz fĂŒr ein Fahrzeug. Ich habe die Jungs auf der RĂŒckbank angeschaut und gesagt „war schön euch kennenzulernen“. Keith meinte „ich schreib gleich meinen Leuten, dass ich sie liebe“.

Von unserem alten Guide wussten wir, dass wir um ca. 15 Uhr in Kathmandu ankommen sollten und weil es bereits Mittag war, hiess dies, dass wir ca. 3 Stunden Fahrt vor uns hatten. Mit dem konnten wir ursprĂŒnglich leben, doch der neue Guide meinte, dass es eher 5 Stunden wĂ€ren. Die erste HĂ€lfte sei auf dieser Strasse und die andere HĂ€lfte sei dann besser. Nun gut. Wir holperten und spulten uns ĂŒber die Strasse, die es eigentlich nicht mal wert war, so gennant zu werden. Es war eher ein Trampelpfad den Berg hinab durch den Matsch, ĂŒber Steine oder durch Wasser. So fuhren wir durch den Dschungel von Nepal. Zwischendurch ĂŒberholte unser Fahrer andere Fahrzeuge und Keith warf Ă€ngstliche Blicke aus dem Fenster in die Tiefe hinab. Wenn ein Rad wieder spulte oder einen Stein von der Klippe löste, schluckte ich schwer und stiess ein Stossgebet gen Himmel rauf. Ansonsten war ich meistens zu sehr damit beschĂ€ftigt, darauf zu achten, dass mein Kopf nicht gegen das Fenster knallte, weil wir so sehr holperten.

Wir fuhren gerade eine Anhöhe rauf, um dort durch einen kleinen Bach fahren zu können, als es knarzte und knallte. Unser Fahrer versuchte die Anhöhe zu passieren. Nichts passierte. Er stieg aus und kontrollierte ein paar Sachen. Wir hatten keine Ahnung, was passiert war und stiegen ebenfalls aus. In dem Augenblick tauchte das zweite Fahrzeug hinter der Kurve auf und der Guide stieg aus. Nach einem kurzen Wortwechsel erfuhren wir, dass die Achse gebrochen war. Die Australier witzelten, was ich denn nun wieder angestellt hĂ€tte. Ausgerechnet ich! Ich half dem Fahrer wortlos ein paar Kleinteile im Matsch zu suchen und folgte ihm, um sie um Fluss zu waschen. Meine HĂ€nde wahren voller Schmierfett und Öl. Damit drohte ich spielerisch meinen Mitgliedern, welche angeekelt zurĂŒck wichen und lachten. Der Guide meinte, dass wir 4 km vom Fahrzeugwechsel entfernt wĂ€ren. Wir ĂŒberlegten, ob sie schon mal voraus fuhren und uns dann abholten. Ich meinte, dass wir die 4 km auch gerne zu Fuss machen könnten (ja, im Nachhinein ist mir auch klar, dass das glatter Selbstmord gewesen wĂ€re!). Schliesslich meinte der Guide, dass wir uns halt einfach auf die andern zwei Fahrzeuge aufteilten. Die Jungs verschwanden sofort bei den Aussies, die VerrĂ€ter! WĂ€hrend ich mich mit dem Guide zu den Deutschen und der Selbstsucherin gesellen musste. Ich kann dir sagen, das waren lange 4 km fĂŒr mich. Keine Musik und kaum ein paar Worte wurden gewechselt.

Schliesslich kamen wir an eine grosse Warteschlange von Trucks an und fuhren an diesen vorbei bis es nicht mehr ging. Wir mussten aussteigen und uns entscheiden, ob wir GepĂ€cktrĂ€ger wollten oder nicht. Ich fand, da es gemĂ€ss Guide ja nur 15 min waren, dass ich das selber tun wollte. Das war der grösste Fehler meines Lebens, wie sich dann herausstellen sollte! Kinder und Erwachsene scharrten sich um unsere Fahrzeuge und uns und versuchten ein GepĂ€ckstĂŒck zu ergattern, um es selbst schultern zu können und dadurch wenigstens ein paar Rupien zu verdienen. Ich band meinen Katzensack von Mama, der voll war mit WasservorrĂ€ten und Snacks an Lucille, wo er im Takt meiner FĂŒsse hin und her baumelte. Dann warf ich mir Lucille ĂŒber die Schulter und den gelben Tagesrucksack auf die Brust.

Ich folgte den anderen durch die Menge, welche leer ausgegangen war und vorbei an Truckfahrer, die seit Wochen darauf warteten, dass die Strasse wieder befahrbar wurde. Wir kamen an eine erneute Menschenmenge. Durch diese quetschten wir uns und standen dann in der NĂ€he eines MilitĂ€rangehörigen, welcher dem Bagger direkt vor mir und und den Menschen, die oberhalb des Baggers in unsere Richtung durch frische Erde kamen Zeichen, gab. Da ich aber nicht sehen konnte, was dahinter war, machte ich mir keine Gedanken. Eigentlich ging ich davon aus, dass wir, wie die anderen Menschen, links am Bagger vorbei durch die kleine Anhöhe durch die Erde klettern mĂŒssen und dann auf der RĂŒckseite des Baggers wieder hinab. Hinter mir war ein Schulbus, natĂŒrlich leer. Der wartete ebenfalls wieder auf seinen Einsatz. Keith, der sĂŒsse Kerl, verteilte derweil Weingummis an die Einheimischen und ich stand einfach still da und schwitze. Zwischen Schulbus und mir standen noch zwei junge Nepalesen und hielten sich engumschlungen. Ich dachte, dass das doch sehr ungewöhnlich und dennoch unglaublich schön war, in einem solchen Land auf gleichgeschlechtliche Liebe zu treffen.

Der MilitĂ€rmann gab ein Zeichen und der Bagger hörte auf zu arbeiten und machte fĂŒr die Leute Platz. Doch ich lag falsch. So so falsch! Die Leute liefen rechts am Bagger vorbei und nicht links. Ich folgte dicht hinter Matt den anderen. Und dann sah ich es. Ich krieg jetzt noch das Herzflattern, wenn ich daran denke! Direkt hinter dem Bagger war die Strasse weg. Einfach weg. Wo sie mal gewesen war, klaffte nun ein riesen Loch und es ging steil hinab in die Tiefe, wo man den Fluss rauschen hören konnte. Ich blickte Matt hinterher, der sich links ĂŒber einen kleinen Vorsprung der Wand entlang einen Weg ĂŒber den Abgrund suchte. Ich zitterte. Der Vorsprung war so breit wie Lucille und so uneben und voller Steine, dass ich mich in meinem Geiste schon runterstĂŒrzen sah. Ich klammerte mich so gut es ging an die Steinwand mit einer Hand und hielt mir mit der rechten den gelben Rucksack fest an die Brust. Eigentlich wollte ich nicht hinab sehen, wirklich nicht. Aber ich musste, ansonsten wĂ€re ich gestolpert und definitiv in den Tod gestĂŒrzt. So konzentrierte ich mich total angespannt auf meine FĂŒsse und den nĂ€chst möglichen Halt, wĂ€hrend meine linke Hand Schweisspuren auf dem Stein hinterliess. Ich hatte Todesangst. Am liebste hĂ€tte ich geweint. Solche Angst hatte ich das letzte Mal, als zu Zeiten meines Ex einer auf Drogen mit dem Fleischermesser auf uns los ging und ich versuchte beide zugedröhnten MĂ€nner unter Kontrolle zu halten. Innerlich fluchte ich auf! Scheisse Aurelia! Verdammt! So habe ich das mit dem Abenteuer auch nicht gemeint! Der Schweiss lief mir in die Augen und brannte. Ich traute mich nicht mal zu blinzeln, auch auf die Gefahr hin, dass ich dann die Linse verlieren wĂŒrde und dann blind auf einem winzigen Vorsprung stehen wĂŒrde, vollbepackt und panisch. Endlich erreichte ich die andere Seite und hĂ€tte mich am liebsten vor Freude und Erleichterung schluchzend in die Arme der Jungs gestĂŒrzt. Doch die liefen schon weiter, einzig der Guide blieb stehen und wartete darauf, dass alle Mitglieder den Abgrund ĂŒberquert hatten. Er nickte mir nur zu und lĂ€chelte freundlich.

Landslides triggered by heavy monsoon rains in Nepal have engulfed scores of homes, killing eight people and leaving five missing. (Photo: Reuters)
So sah das ziemlich genau aus. Links und rechts die stehenden Trucks und in der Mitte das klaffende Loch. (Quelle: https://www.telesurenglish.net/news/Landslide-in-Nepal-Leaves-at-Least-8-Dead-20140802-0020.html)

Ich folgte den anderen den Berg wieder hinauf und an unzĂ€hligen gestrandeten Trucks vorbei. Mittlerweile lief mir der Schweiss in Strömen ĂŒber Gesicht und den Körper hinab. Ich machte nur kleine Schritte und sah konzentriert auf den Boden, um nicht ĂŒber einen Stein zu stolpern. Nach einer Weile kam ich dann bei den anderen an. Wir hatten die anderen Jeeps erreicht. Ich fluchte auf. Von wegen 15 min, das war ne gute Stunde! Die GepĂ€cktrĂ€ger wurden bezahlt. 200 Rupien. Ich fluchte innerlich noch mehr auf, weil es so viel gĂŒnstiger war, als uns unser alter Guide gesagt hat und ich dann nicht Todesqualen hĂ€tte aushalten mĂŒssen. Ich sah die Jungs an und fragte, ob wir wieder zusammen fahren. Das stand fĂŒr sie ausser Frage und so bestiegen wir einen der Jeeps und knallten unser GepĂ€ck auf die letzte Bank. Die Selbstsucherin sollte oder wollte zuerst auch zu uns einsteigen, ging dann aber wieder zu den Deutschen. Dann kam der Guide und wollte auch einsteigen. Hat es sich dann aber auch anders ĂŒberlegt und folgte ihr. Wahrscheinlich hatte er Angst, dass wir dieses Fahrzeug auch kaputt machen wĂŒrden.

Die Strassen waren keinen Deut besser als die zuvor! Uns unser Fahrer komplett wahnsinnig! Er klebte an den anderen Fahrzeugen und machte die wildesten Überholmanöver. Sein Radio war kaputt und hatte kein Bluetooth. Die Jungs sprachen nur Blödsinn; ĂŒber ungewöhnliche Orte, wo man Sex hatte, von heissen Duschen, EssensgelĂŒsten und alles. Um 15 oder 16 Uhr machten wir einen Stop fĂŒr einen spĂ€ten Lunch. Der Guide meinte, dass es ab jetzt nochmals ca. 2-3 h wĂ€ren, je nach Verkehr. Die Strassen wurden minim besser. Kurz vor Kathmandu kamen wir in den Stau. Es wurde bereits dunkel. Und fing dann an zu regnen. Unser Fahrer war so kalt, dass er sogar eine Ambulanz ĂŒberholte. Um 19 Uhr standen wir immer noch im Stau und machten eine kurze Pinkelpause. Wir kamen an einer Unfallstelle vorbei, an der ein Truck einen anderen aus dem Schlamm zog. Danach wurde es fĂŒr eine kurze Strecke besser, bevor wir wieder in den Stau kamen. Endlich wurde der Verkehr lichter und wir erreichten kurz vor 21 Uhr unser Hotel. Wir waren die ersten und erschöpft. In Tibet wĂ€re es nun 23 Uhr und das hiess, dass wir 14 h unterwegs waren statt der ursprĂŒnglich genannten 8 – 9 h. Wir bekamen unsere Zimmer netterweise auch ohne den Guide und unser GepĂ€ck wurde in diese getragen. Kurz danach kam das zweite Fahrzeug mit den Aussies und dem GefĂ€ngniswĂ€rter. Sie erzĂ€hlten uns, dass der dritte Jeep in einer Kontrolle stecken blieb und deshalb spĂ€ter komme. Wir wĂŒrden uns aber um 21.30 Uhr fĂŒrs Abendessen in der Lobby treffen.

Ich ging hoch und nahm eine ausgiebige Dusche. Sand und Staub verschwanden mit dem ganzen Schweiss im Abfluss. Ich zog mein rotes Blumenwickelkleid aus dem Rucksack und zog es an. Ich sah richtig schick aus! Aber es war unsere letzte Nacht und immer noch heiss. Ganz ungewohnt. Vor allem wenn man bedenkt, dass wir vor zwei Tagen gerade noch beim Mount Everest waren. Ich war die erste am Tisch und bestellte mir einen Wassermelonen-Martini und ein Tonic. Essen wusste ich auch schon, wollte aber damit auf die anderen warten.  Dann kamen die Aussies und sie fand, dass ich sehr gut aussĂ€he. Keith setzte sich neben mich und Matt neben ihn. Sie waren noch ungeduscht und erzĂ€hlten von einer tollen Dachterrasse mit Bar und super Barkeeper. Der GefĂ€ngniswĂ€rter nahm mir gegenĂŒber Platz. Der dritte Wagen war immer noch nicht da. Wir beschlossen noch kurz zu warten und quatschten ein bisschen. Um 22 Uhr hatten wir nun vollends Hunger und bestellten. Kurz darauf kamen die anderen endlich an. Die Deutschen kamen sich nur kurz verabschieden, weil sie in der FrĂŒhe schon zum Flughafen mĂŒssten. Der Guide gab uns ein paar Tips, falls wer doch ein paar Tage Zeit hĂ€tte die Stadt zu sehen, ass mit uns und verabschiedete sich dann auch. Er hatte am nĂ€chsten Tag eine neue Tour und eine Stunde Heimweg. Die Selbstsuchende sagte nach dem Essen ebenfalls Gute-Nacht. Nur wir 6 beschlossen aufs Dach zu gehen. Matt warf mir einen Blick zu und meinte, dass ich toll aussĂ€he. Keith grinste nur. Oben lief ich der Mauer entlang und blickte von ĂŒberall her hinunter. Die Terrasse war wunderschön eingerichtet. Mit Lampen und Pflanzen und Tischen mit StĂŒhlen und sogar ein paar gedeckten Lounges. Wir nahmen den grössten Tisch unter freiem Himmel.

WĂ€hrend ich hinter einer Lounge hinab sah und an meinem zweiten Cocktail vom Essen schlĂŒrfte, kam Matt vorbei. Wir sahen uns an und ich dann hinab. Schliesslich meinte er, sie bestellen gerade ihre GetrĂ€nke. Ich lief also in die kleine Bar hinein und sah mir die GetrĂ€nkewand an. Mein Blick fiel auf Souza und ich fragte den Kellner, was das denn sei. Er meinte Tequila und gab mir ein Shotglas, um probieren zu können. NatĂŒrlich tat ich dies, befand es aber nicht nach meinem Geschmack. Ich entdeckte dann eine Jose Cuervo Flasche Gold und erklĂ€rte ihm, wie man diese trinkt. Er fand das sehr spannend. Dann fiel mein Blick auf den Gin. Es war ein lokaler und ich durfte diesen ebenfalls probieren. Ich bat ihn um einen Martini und 5 Shots mit dem Gin. Deb trinkt nicht, so konnte ich aber mit den Herren zusammen trinken. Ich setzte mich Matt gegenĂŒber neben Rob. Mein Martini wurde richtig edel serviert. Matt fragte grinsend, ob er geschĂŒttelt oder gerĂŒhrt sei. Die Shots wurden verteilt. Alle fluchten lachend und warfen mir einen amĂŒsiert vorwurfsvollen Blick zu. Sie rieten, was es denn diesmal sein könnte. Keith kam als einziger auf Gin. Wir stiessen an und kippten die GlĂ€ser in uns hinein. Der GefĂ€ngniswĂ€rter stand kurze Zeit spĂ€ter auf und verliess wankend das Dach. Wir amĂŒsierten uns köstlich. Mit einem Blick auf sein Bier, das er kaum angerĂŒhrt hatte, machte ich mir aber dann doch kurz Sorgen. Matt holte das Glas und die Flasche von seinem Platz und gab das Glas an Keith, wĂ€hrend er die noch ziemlich volle Flasche selber behielt. WĂ€hrenddessen plauderten wir einfach zu 5 weiter. Ich bestellte noch eine Runde Shots, aber dieses Mal mit einem lokalen Vodka. Nach dieser Runde verschwanden auch die Aussies. So war es nur noch unser Trio.

Ich nippte ganz leicht an meinem Martini. Die Jungs bekamen schon glasige Augen. Der Kellner kam vorbei und wir quatschten lange mit ihm ĂŒber Japanisch und Fremdsprache lernen, bevor er dann wieder in der Bar verschwand. Matt rauchte bereits der Kopf. Als Keith auf dem Klo verschwand, hatte ich das erste Mal die Gelegenheit und konnte mit Matt etwas ernster sprechen. Er war augenblicklich ruhiger und nicht mehr der Spassvogel und Schnudergoof, den er immer gab, wenn Keith anwesend war. Er wurde sogleich ernster und sein Blick schweifte ins Leere ab. Ich sah ihn an. Ich sprach ihn behutsam auf seine Scheidung an. Und er erzĂ€hlte. Er hĂ€tte vor Jahren als Schauspieler gearbeitet und in ein paar Filmen mitgewirkt, unter anderem The Kings Speech. Doch seine Familie hĂ€tte ihn nie darin unterstĂŒtzt und gemeint, dass das kein Brötchenjob sei und er gefĂ€lligst einen richtigen Job suchen solle, eine Frau finden und heiraten, ein Haus kaufen. Das hĂ€tte er auch gemacht und dann folgte im Mai die Scheidung. Seither sei er arbeitslos und reise ein bisschen umher. Ich konnte TrĂ€nen in seinen Augen sehen und wĂ€re am Liebsten um den Tisch, um ihn fest in den Arm zu nehmen. Doch in dem Augenblick kam Keith zurĂŒck und Matt setzte wieder sein Lausbubengesicht auf. Der ernste Matt war verschwunden. Ich bestellte noch eine Runde Shots mit einem lokalen Brandy. Matt grummelte, dass ich ein unanstĂ€ndiges MĂ€del sei und grinste. Keith verdrehte nur lachend die Augen und nippte an seinem Glas. Matt bestellte noch einen grossen Whiskey fĂŒr sich. Als ich probieren wollte, brachte er das Glas ausser Reichweite und gab mir das Bier und das Shotglas von Keith. Ich grummelte etwas. Irgendwann fragte ich die Jungs, wer noch genug Akku hĂ€tte auf dem Handy. Ich wolle jetzt tanzen. Keith strahlte und Matt grinste. WĂ€hrend ich aufstand und um den Tisch ging, um Keith an den HĂ€nden vom Stuhl zu ziehen, suchte Matt einen Song aus. Ich nahm Keith an den HĂ€nden und fand, dass ich einfach leider nicht tanzen könne. Er grinste und meinte, dass er es mir zeigen wĂŒrde. So liefen wir Hand in Hand zur FlĂ€che neben dem Tisch. Als Justin Timberlake erklang, hielt mich Keith fest und zeigte mir den FĂŒssen, was ich tun mĂŒsse. Ich tat es ihm nach und musste immer lachen. Dann machten wir ein paar Drehungen. Er liess mich los und fĂŒhrte ein paar lustige Tanzfiguren vor, welche ich spasseshalber immer mit was komischen verglich. Dann kam Matt zu uns und tanzte mit. Ein paar Songs spĂ€ter liess Matt Michael Jackson laufen und wir tanzten lachend und singend dazu. Der Kellner kam und brachte die Rechnung. Ich wollte zahlen, doch Keith kam mir zuvor. Mit einem fetten Kuss auf seine Wange, umarmten wir uns fest. Dann tanzten wir weiter. Matt sprang irgendwann auf einen steinernen Bartisch und tanzte dazu im Michael Jackson Stil, wĂ€hrend ich bei Keith stand und ihn von hinten umarmt hatte. Lachend genossen wir das Schauspiel. Als Matt dann vom Tisch runtersprang und den Moonwalk machte, war es an der Zeit, ins Bett zu gehen. Wir packten unsere Sachen und liefen lachend und kichernd die Treppe runter zum Lift. Auf unserem Stockwerk verkrochen wir uns in unsere Betten und ich nahm mir meine Linsen seit Tagen das erste Mal von den Augen, auch wenn ich mich hierbei sehr konzentrieren musste, um mir nicht aus Versehen die Augen auszustechen. Es war 3 Uhr morgens und wir seit 20 h auf.

Seid ihr auch schon gespannt, wie es weiter geht? Dann schaut rein bei der nĂ€chsten Episode von: „Relchen’s Adventures“!

Land 2 / Reisetag 13

Diese Nacht war einer der kÀltesten meines Lebens. Ich wachte zwar immer wieder auf und stellte dann die elektrische Heizmatte auf die mittlere Stufe, doch um 4 Uhr morgens, musste ich dennoch aufstehen, um aufs Klo zu gehen und weil es da so eisig war, stellte ich die Matte wieder hoch.

Weil am Abend zuvor darĂŒber gewitzelt wurde, dass sie um 3 Uhr morgens aufstehen wollten, um den Everest zu sehen, schaute ich auch noch kurz auf die Strasse, aber da war natĂŒrlich niemand. Und den Everest konnte ich auch nicht sehen. Da es schwierig mit Wasser beim Camp war, habe ich einfach mit den Linsen geschlafen und das war die beste die Idee ĂŒberhaupt!

Irgendwann fing dann ein Wecker an zu klingeln und hörte nicht mehr auf. Er weckte das halbe Camp. Ich habe schlaftrunken ĂŒberlegt, ob ich vielleicht meinen Laptop angelassen hatte. Aber ich merkte, dass es dann von direkt neben meinem Zimmer kam. Es musste wohl einem Angestellten gehören, die dort im Gang ihre SchlafstĂ€tte aufgebaut hatten. Ich bin dann aufgestanden und zu den Jungs ins Zimmer, wo ich dann gemerkt habe, dass ich eine Stunde zu frĂŒh aufgestanden war. Toll. So bin ich wieder ins Zimmer und habe eine halbe Stunde rumgedurpt, bevor ich dann in die Teestube / Restaurant zu den anderen bin. Wir sind dann nach draussen und haben neben dem Shuttle gewartet, dass es abfĂ€hrt und unseres kam. WĂ€hrenddessen cremte ich Matt sein sonnenverbranntes Gesicht ein und mir meine Nase. Der krasse Wetter- und Temperaturwechsel von gestern war wirklich krass.

Wir hatten dann doch ziemlich Zeit und so habe ich diese genutzt und bin etwas Richtung Mount Everest gelaufen und hoffte, dass er sich vielleicht nochmals bei Tageslicht zeigen wĂŒrde. Tat er natĂŒrlich nicht. Irgendwann hörte ich ein Pfeifen und als ich zum Shuttle zurĂŒck blickte, winkte mir eines der Mitglieder, worauf ich zurĂŒck lief. Anscheinend war das Shuttle doch unseres und hat nur gewartet, dass es voll wurde. Mein GepĂ€ck war von den Mitgliedern bereits verstaut worden und so stieg ich ein und setzte mich neben einen Chinesen. Die Jungs sassen eine Reihe hinter mir auf der anderen Gangseite und machten Blödsinn, was sonst. Als das Shuttle abfuhr ertönte ein Pfeifen; die auf zwei Sitzen verstauten RĂŒcksĂ€cke, darunter auch meine liebe Lucille, drĂŒckten gegen ein Notausgangfenster, weswegen der Alarm andauernd losging, wenn sie es ein bisschen öffneten. Das war vielleicht so was von nervend. Matt hasste es auch und sang dann einfach irgendeinen Blödsinn, von wegen „mein Lieblingslied geht wieder los“. Keith schaute mich derweil an und sagte lautlos „hilf mir“. Matt blieb ungerĂŒhrt und sagte ohne ihn anzusehen „ich kann dich trotzdem hören“. Weswegen wir wieder lachen mussten. Nach 30 min kamen wir am Parkplatz an und bestiegen sogleich unseren Bus. Jeder hatte mittlerweile seinen Platz. Ich auf der vordersten Reihe in der Mitte, wo ich die beste Sicht hatte und mir deswegen nicht so schnell schlecht wurde. Neben mir Deb, damit sie die Beine etwas hochlegen konnte. Wir waren von der KĂ€lte her alle noch fest eingepackt, um warm zu haben. Schnell schliefen alle ein und so schaukelte nicht nur der Bus ĂŒber die holprigen Strassen, sondern auch unsere schlafenden Köpfe hin und her.

Zum Mittagessen haben wir im Heimatdorf unseres FĂŒhrers gehalten. Ich habe mir frittierte Bananen Momos gegönnt. Danach sind wir weiter durch die Hochebene und konnten immer wieder das Bergpanorama bestaunen. Bei einer Pinkelpause musste ich so dringend aufs Klo, dass es mir richtig egal war, wie scheusslich die Klos waren. Die anderen Mitglieder hatten sich immer noch nicht daran gewöhnt. Ich musste mich einfach weiterhin konzentrieren, ĂŒberhaupt pinkeln zu können, wenn ich da so auf dem Boden kauerte und darauf achtete, dass ja nichts meiner Kleider mit dem Boden in BerĂŒhrung kam. Unseren letzten Fotostop machten wir kurz vor der Bordertown bei einem wunderschönen Wasserfall, an dessen Seite ich gleich hochgeklettert bin. Ich war natĂŒrlich nachher total nass. 

Schliesslich kamen wir in Bordertown an; unsere letzte Nacht in Tibet stand uns bevor und der letzte Abend mit unserem Guide. Er hatte keinen Pass und konnte somit das Land nicht verlassen. Ich ging ins Zimmer und stellte mich unter die Dusche. Das erste Mal heisses Wasser seit Tagen. Ich stöhnte wahrscheinlich so laut vor Wonne, dass man mich sicher bis in die Schweiz gehört hat! Danach bereitete ich das TĂ€schchen mit dem Trinkgeld fĂŒr den Guide vor, damit ich es nicht vergass und wollte hinunter in die Lobby zum Treffpunkt mit den anderen. Im Gang wartet die Deutsche auf mich und wollte mir da Geld geben. Ich seufzte innerlich genervt auf. War ja klar, dass sie auf den letzten DrĂŒcker kamen, aber ich war auch so schon wieder zu spĂ€t dran. Ich nahm sie mit ins Zimmer, was mich noch mehr nervte, weil ich ausnahmsweise ein leichtes Chaos hatte und liess sie unterschreiben. Dann gingen wir zu den anderen und unser Guide fĂŒhrte uns in ein kleines Restaurant um die Ecke. Dort durften wir in einem separaten Zimmer speisen im oberen Stock. Matt warf natĂŒrlich direkt ein Auge auf die Kellnerin und wir tadelten ihn umgehend und ermahnten ihn an sein Tattoo, welches er sich in Lhasa hatte stechen lassen: es war die bekannte Gebetszeile aus Tibet und ein Zeichen davon betraf „Desire“. Das wurde eigentlich seither immer unser Running Gag und ich zog ihn natĂŒrlich sehr gerne damit auf. Jeder durfte sein Moment der Reise sagen und wir bedankten uns und ĂŒbergaben die Trinkgelder. Plötzlich tauchte ein Geburtstagskuchen auf und wir sangen auf Tibetisch Happy Birthday fĂŒr Rob. Er bekam vom Guide, Fahrer und FĂŒhrer jeweils einen weissen Schal um den Hals geknotet und GlĂŒckwĂŒnsche. Unser Guide hatte den Kuchen extra organisiert, weil er wusste, dass Rob am Montag Geburtstag hĂ€tte. Das war eine ganz schöne Geste.

Anschliessend sind die meisten schon ins Hotel zurĂŒck und nur der harte Kern blieb und ich bestellte nochmals ein paar FlĂ€schchen von den Lokalen Alkoholsachen und fĂŒllte alle ab, wĂ€hrend wir einfach plauderten. Sogar der Guide ist geblieben und hat etwas getrunken, was er ansonsten nicht gross machte. Ich habe dann ziemlich schnell gelernt, dass ich im angetrunken Zustand besser englisch kann als nĂŒchtern. Die Jungs haben mich dann leicht angetrunken zum Hotel begleitet und ich wollte dann irgendwas nettes von Keith hören, weil ich plötzlich so Heimweh hatte. Er hat nur gelallt, weil sie selbst viel betrunkener waren als ich und meinte, er könne dies leider jetzt nicht mehr vollbringen. So sind wir alle in unsere Betten gefallen und ich habe auch diese Nacht vergessen die Linsen raus zu nehmen und bin eingepennt. Mitten in der Nacht wachte ich mal auf und merkte, dass ich auch in diesem Bett eine Heizmatte hatte und diese auf Hochtouren lief, doch ich war zu mĂŒde, als dass ich den Ausschaltknopf suchen konnte.

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Land 2 / Reisetag 12

Diese Nacht habe ich, wenn auch kurz, ziemlich gut geschlafen. Wir mussten nĂ€mlich sehr frĂŒh aufstehen, weil wir auf dem Pass Richtung Ronghpuk Kloster, das gleich beim Mount Everest liegt, den Sonnenaufgang sehen wollten. Auf dem Weg dorthin mussten wir unseren Pass zeigen, jedoch in einer bestimmten Reihenfolge. Wahrscheinlich haben wir dadurch diesen verpasst. Und da war es auch schon eisig kalt und wir haben uns in die HĂ€nde gepustet oder die FĂŒsse gegen einen Felsen geschlagen, um warm zu bekommen. Ich sah Keith auf der Mauer sitzen und frieren. Da habe ich mich neben ihn gesetzt und mich an ihn gekuschelt, damit wir beide wĂ€rmer bekommen. Schliesslich haben wir the Never Ending Story laufen lassen, dazu laut mitgesungen und getanzt, danach habe ich Bonnie Tyler laufen lassen. Und dennoch wollte sich der Everest nicht zeigen. So fuhren wir zum Kloster und ich habe ein bisschen auf der Fahrt geschlafen, wie alle.

Ca. 20 km vom Kloster entfernt mussten wir abermals aussteigen und den Pass in der bestimmten Reihenfolge zeigen. Von da ging es mit dem GepĂ€ck per Shuttle zum Kloster hoch. Dieses liegt etwas auf 5200 MĂŒM und ist das höchstgelegene Kloster der Welt. Und es herrscht hier eine ganz spezielle Stimmung. Wenn du in diesen Ort einfĂ€hrst kommen auf der rechten Seite ganz viele schwarze Zelte, die sogenannte Tent City, weil die einfach alles haben und es wie eine eigene Stadt ist. Die war eigentlich mal nĂ€her am Base Camp, musste aber dann verschoben werden. Auf der linken Seite liegt das Kloster und gleich gegenĂŒber und neben der Tent City kommt das Ronghpuk Guesthouse, in dem wir nĂ€chtigen. Dies hat ein eigenes kleines Restaurant und U-förmig verteilt Mehrbettzimmer. Ich habe wieder eines alleine, weil die Selbstsuchende unbedingt darauf besteht, ihr eigenes zu haben. Mit den Britischen Jungs habe ich schon besprochen, dass ich sonst auch zu ihnen und dem GefĂ€ngniswĂ€rter ins Zimmer kann, weil sie zu dritt ein 6 Bettzimmer haben und es auch wĂ€rmer wĂ€re. Nein, ich hĂ€tte keine Angst. Auch wenn es irgendwie trotzdem komisch wĂ€re. Weil hier in diesen Höhen ist es wirklich schweinekalt und ich habe schon 5 Lagen an. Und dann kam das deutsche Paar und wollten doch tatsĂ€chlich das Zimmer tauschen. Nope, die sind sonst schon geizig und sondern sich auch immer ab.

Wir haben dann alle zusammen Lunch gegessen und wirklich alle paar Sekunden aus dem Fenster geschaut, in der Hoffnung, nun endlich den Everest gĂ€nzlich zu sehen. Danach haben wir uns auf den Weg gemacht und wollten die Outdoor Kora machen. Wir haben genau 1/3 geschafft und sassen dann stundenlang auf Felsen, den restlichen Wein von Keith getrunken und haben einfach Musik gehört und je nachdem mitgesungen oder uns dazu bewegt. Manchmal war das Lied gut und der Everest zeigte sich teilweise und es wurde ĂŒberraschend warm und manchmal nicht und dann schneite es und total eisig. Es war einfach total schön! Irgendwann sind Matt und ich runter zum Restaurant und haben eine grosse Thermoskanne unseres obligatorischen Honig-Ingwer-Zitronen-Tees geholt und ein paar Bier fĂŒr die Herren und fĂŒr mich noch ein Barley Wine. Und gerade als wir wieder nach draussen traten, kamen uns die anderen entgegen und meinten, dass ein Typ ihnen gesagt hat, sie sollen reingehen, da es umschlĂ€gt. So haben wir uns an den grössten Tisch gesetzt und auch dort bis nach dem Dinner miteinander geplaudert, gesungen, Musik gehört und Snacks gegessen. NatĂŒrlich haben wir auch hier die ganze Zeit aus dem Fenster geschaut zum Everest hin. Ich musste wegen des eisigen Felsens und des vielen hiessen Tees die ganze Zeit aufs Plumpsklo und das ist wieder so eines, welches komplett offen ist, zudem im freien und ungeheizt. Wuee.

Irgendwann musste ich ihn mein Zimmer, um mit einem Angestellten die WĂ€rmedecke zu prĂŒfen und diese schliesslich zu ersetzen. Als ich wieder nach draussen trat, sah ich das erste Mal ziemlich viel vom Everest. Keith kam mir gerade entgegen und meinte, ich solle nach vorne auf die Strasse gehen und Fotos machen, weil man jetzt wirklich viel von ihm sieht. Das tat man wirklich! Gerade in der AbenddĂ€mmerung zeigte sich der König der Berge in fast seiner gĂ€nzlichen Pracht. Einzig einen leichten und dĂŒnnen Schleier trug er vor seinem Gesicht, trotzdem konnte man alles sehen. Nur schade, dass mein iPhone nicht fĂŒr die DĂ€mmerung gemacht ist. Die Fotos wurden nicht ideal. Aber: ich habe den Everest gesehen! Den höchsten Gipfel der Welt! OMG! Die Deutschen kamen dann auf mich zu (sie sagt meine Namen aber auch jedes Mal falsch!) und meinten, dass sie mir das Trinkgeld fĂŒr den Guide heute noch nicht geben können, weil sie nicht wissen, wie viel ĂŒbrig bleibt und sie keines mehr abheben wollen. Ich hatte innerlich voll das Kotzen! Mein Gott, wie haben das seit Tagen abgemacht. Meines reicht auch nicht, aber dann hole ich halt nochmals. Dennoch mega happy und frierend, weil ich ja meine Jacke vorhin schon im Zimmer verrĂ€umt habe, bin ich ins Restaurant zu den anderen und habe noch ganz kurz Konversation betrieben. Danach bin ich ins Zimmer und habe meine WĂ€rmedecke auf Höchste Stufe angestellt und auf die anderen der Gruppe gewartet, um das Trinkgeld zu sammeln und auf der RĂŒckseite des TĂ€schchens zu unterschreiben.

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Land 2 / Reisetag 11

Diese Nacht war grauenhaft in Shigatse! Nachdem ich das Licht gelöscht habe, um zu schlafen, konnte ich von der Lobby her die Strassenkatze von gestern Abend jĂ€mmerlich miauen hören. «Vielleicht ist eines der jungen oder die Mama jetzt im Hotel eingeschlossen», ging es mir durch den Kopf. Ich war kurz davor aufzustehen, um nachzusehen. Irgendwann war es dann doch still und ich bin eingeschlafen, nur um dann mitten in der Nacht von meinem Unterbewusstsein geweckt zu werden. Zuerst verstand ich nicht, weswegen ich war wurde. Bis ich die GerĂ€usche vernahm. Es klang so, als wĂ€re etwas grosses in meinem Zimmer, eine Person oder so, die sich durch meine Sachen wĂŒhlte und mit einer Papiertasche hantierte. Vor allem, weil es direkt von vor meinem Bett kam. Ich habe kaum zu atmen gewagt. Und plötzlich hörte das GerĂ€usch mitten drin auf. So als wĂŒrdest du eine Actionszene pausieren. Ich bin fast in Ohnmacht gefallen. Es war so unheimlich! Nach ein paar Minuten angestrengtem Lauschen, ob es wieder kommt, was jedoch nicht passierte, habe ich mich blitzschnell zur Seite gedreht und das Licht angemacht, die Brille aufgesetzt und zu meinem Rucksack geschaut. Da war nichts. NatĂŒrlich. Ich habe tief Luft geholt und bin ziemlich verstört und zittrig aufgestanden und habe das ganze Zimmer abgesucht und sogar alle WĂ€nde abgetastet und abgeklopft, inklusive Schrank. Da war absolut nichts! Und nein, ich habe nicht getrĂ€umt, weil mein Traum um völlig was anderes ging und ich habe sonst schon so einen Katzenschlaf. Ich habe mir das garantiert nicht eingebildet. Auf jeden Fall konnte und wollte ich das Licht nicht mehr ausschalten, von Schlafen konnte sowieso keine Rede mehr sein. Da bin ich halt im Bett geblieben und habe ein bisschen gelesen und Picross gespielt. Was schön war, war die Nachricht meiner Schwester, dass der Kleine auf die Welt gekommen ist und alles gut ging. Jetzt bin ich wieder Tante! So toll! Und das Foto ist herzallerliebst! SpĂ€ter bin ich dann aufgestanden und habe dann meine Sachen fertig gepackt und habe es sogar fertig gekriegt, dass ich alles in den grossen Rucksack brachte, sogar meine Wanderschuhe. Auch meinen seit Peking mitgeschleiften Proviant. Den ich wahrscheinlich noch nach Kathmandu mitnehmen werde.

Danach trafen wir uns in der Lobby und bestiegen unseren Bus, der uns zu unserem Restaurant brachte fĂŒrs FrĂŒhstĂŒck. Dort gab es ein kurzes Durcheinander, weil Deb es sich anders ĂŒberlegt hat mit ihrem FrĂŒhstĂŒck und der Guide dann dachte, er mĂŒsse jetzt ihres essen, dabei hat er meine Vorbestellung gemampft. Danach konnten wir entscheiden, ob wir bei diesem Kloster die Outdoor Kora machen möchten oder mit dem FĂŒhrer eine Besichtigung dessen. Ich habe mit den meisten mich fĂŒr die Outdoor Kora entschieden und die ging ĂŒber eine Stunde der Klostermauer entlang den Berg hinauf, um eine Festung und dann wieder hinab in die Stadt und dann wieder der Klostermauer entlang. Ich war ziemlich schnell und bin einfach den Einheimischen hinterher und habe alles angeguckt und genossen. So war ich dann schnell mal den anderen voraus. Irgendwann hatte ich die Klostermauer hinter mir und kam Richtung Festung. Da versuchten zwei alte Damen einen Ast von einem Baum runterzuziehen. Ich lief einfach hin und habe ihn fĂŒr sie runtergezogen und sie konnten so die FrĂŒchte pflĂŒckten. Im ersten Moment haben sie es gar nicht kapiert, aber dann fanden sie es grossartig und haben mir ĂŒberschwĂ€nglich gedankt. DafĂŒr haben der GefĂ€ngniswĂ€rter und die Selbstsuchende mich eingeholt und sie musste dringend aus Klo. Ich lief einfach weiter und kam an eine Kreuzung, an der ich nicht wusste, wo die Kora weiterging. Die alten Damen von vorhin zeigten mir die Richtung und winkten mir lachend hinterher, wĂ€hrend ich mich auf nepalesisch dankend weiter auf den Weg machte. Zwischendurch sah ich zurĂŒck, um mich zu vergewissern, dass die anderen zwei mir folgten. Zuerst wollten sie den Weg vor der Festung zurĂŒck ins Dorf nehmen, kamen mir dann aber trotzdem hinterher. Hinter der Festung hatte es ein WC, aber das war anscheinend geschlossen. So liefen wir um die Festung herum und hinten den Berg hinab ins Dorf. Da ich den Weg wusste und auch, dass die anderen ihn sicher nicht finden wĂŒrden, lief ich langsamer und sah mich immer wieder nach ihnen um. Schliesslich kamen wir an einen kleinen verstecken Markt, an den sich sicher kaum Touristen verirrten, denn die Einheimischen waren ganz aus dem HĂ€uschen als sie uns sahen. Der Selbstsuchende konnte da endlich aufs Klo. Und wir liefen dann weiter zurĂŒck zum Kloster, wo wir die anderen trafen.

Nach einer kurzen Pinkelpause liefen wir Richtung Bus und mussten irgendwo an einer Strasse warten. WĂ€hrend die anderen sich angeregt miteinander unterhielten, hatte ich nichts zu tun und sah mich ein bisschen um. Dann sah ich ein paar Leute zwischen zwei BĂ€umen in deren Äste starren und miteinander diskutieren. Jemand stocherte mit einem Metallstab in den BlĂ€ttern rum. Ich dachte, vielleicht kann ich helfen und lief rĂŒber. NatĂŒrlich habe ich das winzige braune Tigerkitten sofort entdeckt, das in einem Baum auf einem grossen Ast sass, mich ansah und herzzerreissend miaute. Ich versuchte mit den Einheimischen zu kommunizieren und fragte hilflos, ob sie mir eine RĂ€uberleiter machen könnten. Sie sahen mich nur verstĂ€ndnislos an. Ich lief dann um den Baum herum, versuchte auf einen Betonklotz zu steigen und so an das Kitten ran zu kommen. Vergeblich. Ich rief nach den Britischen Jungs. Da sie mich aber nicht hörten, rannte ich zu ihnen und rief, dass ich ihre Hilfe brauchte und rannte schon wieder zum Baum zurĂŒck. Sie kamen natĂŒrlich sofort angelaufen. Ich zeigte ihnen das hilflose Kitten und fragte, ob sie mir eine RĂ€uberleiter machen könnten, was sie selbstverstĂ€ndlich umgehend taten. Jedoch war der grosse Ast einfach zu hoch. WĂ€hrenddessen versuchte ein Einheimischer auf den Baum zu klettern, doch ohne Erfolg. Ich packte mir die Metallstange und versuchte sie dem Kitten in Nöten hinzuhalten, doch es verstand natĂŒrlich nicht, was es damit machen sollte oder dann war die Stange wiederum zu kurz. Ich fand eine Abfallzange und habe es mir ernsthaft damit ĂŒberlegt, doch die war noch kĂŒrzer als die Metallstange. Inzwischen waren wir umzingelt von Einheimischen, die gebannt das Spektakel verfolgten. Ich sagte den Britischen Jungs, dass einer von ihnen mit der Metallstange das Kitten vom Ast schubsen soll und wir fangen es mit meiner grĂŒnen Fleecejacke auf. Hierzu erhielten wir auch gleich die Hilfe eines engagierten Einheimischen. Doch leider klappte dies auch nicht, denn das Kitten lief Richtung Baumstamm und dann noch einen Ast höher. Irgendwann stand ich zwischen den BĂ€umen an der Strasse und blickte diese hinab. Auf der anderen Seite ein StĂŒck entfernt, sah ich unseren Bus und dass die anderen auf uns warteten, denn der FĂŒhrer sah mich und machte entsprechende Gesten. Ich schrie zu ihm herĂŒber, er solle doch den Bus hierherfahren. Er schĂŒttelte den Kopf. Da schrie ich nochmals zu ihm rĂŒber, sie sollen mit dem Bus kommen, Wieder schĂŒttelte er den Kopf und machte mir verstĂ€ndlich, dass er los wollte. Ich rastete fast aus. Und schimpfte Keith gegenĂŒber, dass diese Verhalten jetzt wirklich unverstĂ€ndlich sei! Schliesslich hĂ€tte man auf den Bus klettern können! Immer wieder sah ich zu dem hilflosen Kitten hoch, das mich ansah und um Rettung schrie. Ich redete immer wieder auf es ein auf Schweizerdeutsch, dass alles gut kommt und wir es retten. Derweil hat es Matt irgendwie geschafft auf den Baum zu klettern. So nahmen wir die Metallstange und trieben das KĂ€tzchen zu ihm rĂŒber. WĂ€hrend er es zu fassen versuchte, spannten Keith, ich und ein Einheimischer meine Fleecejacke direkt zu Matts FĂŒssen. Er konnte es endlich fassen und warf es behutsam zu uns runter. Kaum war das Kleine in meiner Jacke, umschloss ich es mit dieser und drĂŒckte es mir an die Brust, knuddelte es heftig und rieb mein Kinn ĂŒber das kleine flauschige Köpfen, so wie ich es manchmal bei unserer Omakatz mache. Sofort entspannte es sich und begann laut zu schnurren. Da kamen plötzlich von allen Seiten HĂ€nde her und streichelten es und es wurde auf uns auf tibetisch eingeredet und vielfach Danke gesagt und Daumen hoch. Eine Frau mittleren Alters wollte mir unbedingt das Kitten abnehmen, aber ich liess sie ziemlich warten, wĂ€hrend ich das sĂŒsse Ding weiter knuddelte und kraulte und auf es beruhigend einsprach. Irgendwann kam unser Guide und meinte, dass diese Frau das Kitten gerne nehmen und behalten wolle. Ich gab es ihr nur sehr widerwillig und sagte ihr, dass der Name des Kittens Buddha sei! Eigentlich wollte ich das Kleine selber mitnehmen, vor allem weil es so gut auf mich reagierte. Als ich ihr den kleinen Tiger gegeben habe, drehte ich mich um und sah gerade Matt das letzte StĂŒck des Baumstamms runterspringen. Ich umarmte ihn herzlich und drĂŒckte ihn fest an mich und flĂŒsterte ihm nur ein «Dankedankedanke» ins Ohr. Eigentlich hĂ€tte ich ihn kĂŒssen können. Mein Held! Dann folgten wir unsrem Guide zum Bus, wo alle durcheinander sprachen und ĂŒberhaupt nicht draus kamen, was denn ĂŒberhaupt los sei. Die Jungs erzĂ€hlten es, weil sie ja schliesslich Briten sind und mein Englisch einfach nie deren Level erreichte. Deb neben mir witzelte, dass die Jungs ihr Karma nun mĂ€chtig aufgelevelt hĂ€tten und ich warf von meinen Frontsitz ein «Ich liebe dich Matt» nach hinten und alle lachten. Wir fuhren dann los auf unsere nĂ€chste 6-stĂŒndige Etappe. Deb und ich quatschten viel, eigentlich sprach vor allem sie. Irgendwann hörten wir die Jungs von der letzten Sitzreihe her das «The Never Ending Story» Lied singen aus Stranger Things und ich rief nach hinten: «bitte nicht schon wieder Jungs». Und Deb meinte, genau! Sie verlören gerade wieder ihre Karmapunkte! Worauf ich mit dem Spruch «Matt, das ich liebe dich nehme ich wieder zurĂŒck!» einen drauf setzte. Wir lachten alle. Die restliche Zeit schlief ich oder hörte Musik via Kopfhörer, weil der Tibetisch-Indisch-Chinesische Sound vom Fahrer und die Spotifyliste der Jungs von hinten mir einfach zu viel war. Dabei hatte ich wieder so viele Ideen fĂŒr ein neues Buch. Irgendwann sah ich aus dem Fenster und sah gerade einen Sandfuchs eine Schotterpiste runterlaufen. Sind wirklich spezielle Tiere, vor allem ihre Gesichter.

Irgendwann machten wir eine Pause auf dem Pass, wo wir abermals ĂŒber 5020 MĂŒM waren und da hat es ziemlich gewindet und war sehr kalt. Nach gut 5-6 h kamen wir in New Tingri an und konnten nur schnell unsere GepĂ€ck in unseren Zimmern ablegen, als es auch nochmals los ging. Wir fuhren zu einem alten Kloster, das frĂŒher eines der grössten Festungen der Gegend war, bevor es wĂ€hrend des Aufstandes zerbombt wurde. WĂ€hrend wir den Kora-Weg hochliefen, konnten wir auf die Überreste der Festung sehen und das hat mich einfach ungemein an Herr der Ringe erinnert, wo die Nascul sind und der Nekromant. Ganz hoch kamen wir nicht, weil es gesperrt war. Als wir durch das Kloster liefen, konnten wir plötzlich ziemlich fröhliche Musik hören und Gesinge. Es waren Mönche, die gerade am Renovieren waren. Einer erlaubte uns, die Tempel zu betreten, welche gerade wieder aufgebaut wurden und eigentlich fĂŒr die Öffentlichkeit gesperrt waren. Hui, war das spannend! Und eine so spezielle AtmosphĂ€re! Deb und ich haben ein bisschen zu dieser fröhlichen Musik getanzt, das fanden die Mönche total lustig. Und dann konnten wir den Mönchen zusehen, wie sie die Pfeiler und WĂ€nde neu mit Farbe dekorierten und einer schloss sogar fĂŒr uns ihr allerheiligstes auf; den Tempelaltar mit der grossen Buddhastatue und all den anderen. Diese war natĂŒrlich auch noch in Renovation, doch schon viel weiter als der Rest. Da stand fast alles einfach noch irgendwo und wir konnten sogar den grossen Buddha berĂŒhren und es war wirklich ein Erlebnis. Vor allem wenn du bedenkst, dass sonst die andere Klöster total ĂŒberlaufen sind mit Pilgern und hier hattest du einfach Zeit und konntest es auch anfassen, was sonst nie und nimmer erlaubt gewesen wĂ€re. Und ja, ich habe unerlaubterweise hinter dem Altar ein Foto gemacht. Dann konnten wir durch eine TĂŒr treten und das ganze Tal ĂŒberblicken. Dem Geruch nach zu urteilen, standen wir auf dem Dach der Toilette!

Unter vielem Gedanke sind wir dann zurĂŒck zum Hotel, wo wir kurz vor dem Supermarkt hielten und ich mir eine Dose Lhasa Draft Bier und Barley Wine holen konnte. Im Hotel haben wir zusammen Abend gegessen und ich habe alle nach ihrem Moment des Tages gefragt. Das finden so ziemlich alle eine tolle Sache. Keith meinte, als er mich ausrasten sah, weil die andern mit dem Bus nicht kommen wollten, fand er grossartig. Weil er mich noch nie so wĂŒtend erlebt hĂ€tte und das fand er toll, wie ich mich einfach fĂŒr das KĂ€tzchen eingesetzt habe. Obwohl ein paar der anderen mich auch immer wieder gerne damit aufziehen.

Seid ihr auch schon gespannt, wie es weiter geht? Dann schaut rein bei der nĂ€chsten Episode von: „Relchen’s Adventures“!

Land 2 / Reisetag 10

Ich hatte nachts erstaunlich warm. Die Decke war sehr gut und ich konnte mich schlaftechnisch ziemlich gut erholen. So bin ich heute nicht mehr allzu verschnupft. DafĂŒr habe ich ein bisschen einen entzĂŒndeten Rachen und trockenen Husten. Bin mir jedoch sicher, dass der in ein paar Tagen auch weg ist. Schlafen hilft ja eh Wunder und da ich heute in einem Supermarkt ein paar Flachen von diesem tollen Eistee gekauft habe, habe ich heute sicher 1,5 Liter getrunken.

Das FrĂŒhstĂŒck mussten wir heute bezahlen, doch es war ganz okay. So hungrig war ich nĂ€mlich nicht. Wir haben dann unser GepĂ€ck im Bus verstaut und sind zu Fuss durch das Gyantse. Das Fort auf dem HĂŒgel ist leider fĂŒr die Öffentlichkeit gesperrt, aber der alte Kern war auch so schon recht interessant. Wir sind dann ein bisschen den HĂŒgel vom Fort hinauf und diesen entlang gelaufen. Und das war total eklig irgendwie. Alle paar Meter hast du Knochen gesehen und Tierteile. Unser Guide hat uns dann erklĂ€rt, dass es hier viele Wilde Hunde hat und diese zwar tagsĂŒber recht easy drauf sind, aber nachts zu Bestien werden und dann auch mal ne Kuh holen. Ein paar von den Wilden Hunden konnten wir innerhalb der Fortmauern ĂŒber uns ausmachen. Und die machten auch so schon keinen seriösen Eindruck. Vor allem als ich an einer jungen toten roten Katze vorbei kam. Da hatte ich so gar keinen Bock mehr auf diese Stadt und wollte eigentlich nur noch weg von diesem Ort. Mir war es ganz egal, wie imposant das Kloster auf dem gegenĂŒber liegenden HĂŒgel war, das von einer der Chinesischen Ă€hnlichen Grossen Mauer umgeben war.

Wir gingen dann den ForthĂŒgel wieder hinunter durch die alte Stadt und durften dort eine Einheimische besuchen. Sie ist 69 Jahre alt und hat ihr ganzes Leben hier verbracht und wohnt mit ihren BrĂŒdern im Haus. Und die war purer Zucker! Sie hat uns Butter Tea serviert und da war ich die einzige, die sogar zwei Becher trank. Alle anderen haben nicht mal einen geschafft, wenn sie ĂŒberhaupt einen Schluck getrunken haben. Das fand ich echt schade. Denn die alte Frau hat sich so ins Zeug gelegt und uns sogar noch verschiedene KĂ€sesachen aufgetischt und Brot und Yakbutter und sogar selbstgemachten lokalen Alkohol (Barley Wine). Beim einen KĂ€se musste ich den Anfang machen, weil die anderen zu unsicher und zu skeptisch waren. Der war recht sĂŒsslich und sah aus wie ein Butterkringel und schmeckt ĂŒberhaupt nicht nach KĂ€se, wenn dann ganz minimal im Abgang. Aber schlussendlich hatten alle total Freude an ihr und viele Fotos gemacht und gelacht haben wir. Sie hatte sogar eine Handorgel im Wohnzimmer und die hat sich Keith geschnappt und angefangen zu spielen, wĂ€hrend sie kam und sie noch putzen wollte. Wir haben ihr dann ziemlich was gespendet.

Anschliessend sind wir ins Kloster gelaufen und hatten da 30 min freie Hand. Ich wollte eigentlich zur Pagode, welche 21 Kapellen beherbergte. Ich musste mein Handy verstecken, weil die Mönche keine Kameras erlauben und wenn, dann musst du dafĂŒr bezahlen. Ich kam also zum Eingang der Pagode, grĂŒsste die Mönche freundlich und lief in den ersten, frei zugĂ€nglichen Tempel. Ich sah mir die Buddhas an und ging dann in die linke Ecke. Da hörte ich es schnaufen und dachte, hier schlĂ€ft doch ein Tier. Klingt fast, wie das Schnarchen von Wuschelkater. Ich lauschte und konnte jedoch nichts mehr hören. So drehte ich mich um und ging wieder aus dem Tempel hinaus. Da wollte ich gerade mich nach rechts wenden, um den Preis zu zahlen fĂŒr den Aufstieg und die Fotos, als ich etwas zu meinen FĂŒssen ausmachte. Ich blickte hinunter und sah da eine junge, braune, leicht getigerte Katze. «Hab ich also doch was gehört», sagte ich zu ihr und kniete mich hin, um sie zu streicheln. Sie war noch etwas unsicher, liess mich aber gewĂ€hren. Die Mönche nickten mir freundlich zu und zĂ€hlten die Spenden. Ich war dann so mutig und hob das KĂ€tzchen hoch zum schmusen. Es war immer noch etwas skeptisch, entspannte sich aber schon etwas mehr. Einer der jungen Mönche lachte und fand: «Take! Take! Go home!» Ich lachte ebenfalls und knuddelte die kleine nur noch mehr. Die anderen der Gruppe grinsten nur und gingen nach oben. Ich schnappte mir derweil einen der StĂŒhle der Mönche, welche im Eingang standen, und setzte mich hin und knuddelte das KĂ€tzchen. Das hatte sich mittlerweile schon sehr entspannt und schloss immer lĂ€nger die Augen. Nur wenn ein paar Touristen kamen oder die Mönche vom Geld zĂ€hlen aufstanden, öffnete es die Augen, lauschte und liess sich vom Kraulen dann wieder einlullen. Nach ein paar Minuten war es total entspannt, weggepennt und liess sich voll in meine HĂ€nde fallen. Es deutete sogar ein leichtes stĂ€mpfeln an. Ich konnte es ganz leise schnurren hören. Der junge Mönch versuchte mit seinem bisschen Englisch ein GesprĂ€ch mit mir. Wir brachten es mit MĂŒh und Not zustande. Die anderen kamen von ihrem Rundgang wieder zurĂŒck und lachten, als sie mich sahen. War ja klar, dass ich von der Katze eingenommen war. Die einen fragten jedoch trotzdem, ob ich jetzt die ganze Zeit hier gewesen wĂ€re und nicht hoch gegangen sei? Nope, ich gab Liebe und bekam welche. Sie sind dann los und haben den Ort weiter besichtigt. Ich sass auf meinem Stuhl und habe die Katze gestreichelt, die sich mal bewegt hat und ihr SchnĂ€uzchen an meine Brust presste und total weg war. Es war einfach so seidig weich und flauschig und herzallerliebst. Und Traumaugen hatte es! Irgendwann kam der Guide und musste lachen als er mich sah. «Kann ich es behalten?», fragte ich und stand mit dem kleinen Flauscheball in den Armen auf. Das machte keinen Wank, so weggepennt war es. Er grinste. Ein paar vorbeikommende Touristen lachten. Der Guide meinte, dass ich nicht alle Katzen nach Hause nehmen könne. Das klang schon fast wie mein Ehemann. Imfall. Ich knuddelte das kleine nochmals ganz fest und setzte es dann behutsam auf den Stuhl, der von meinem fetten Hintern schön angewĂ€rmt war, damit es nicht grad einen Temperaturschock bekam. Das erwachte, total verpennt und begriff ĂŒberhaupt nicht was los war und sah sich verwirrt um. Ich lief dann die Treppe runter zum Guide und sah mich dann nochmals um. Der junge Mönch lief zum Stuhl. Ich hatte schon Angst, dass er es jetzt verscheuchen wĂŒrde, doch er nahm das Pfötchen und winkte mir damit zu. «Byebye», rief er und lachte. Ich lief weiter die Treppe runter und sah nochmals zurĂŒck, um mich vergewissern, dass er nett zu ihm war. Er liess es aber auf dem Stuhl und ging zu seinem zurĂŒck, um weiter die Spenden zu zĂ€hlen. Ich war beruhigt und konnte nun dem Guide vollends folgen zu den anderen, die bereits bei unserem FĂŒhrer standen und seinen AusfĂŒhrungen ĂŒber dieses Kloster folgten.

Ich folgte ihnen dann in das GebĂ€ude hinein und stellte Fragen. Bei einer Vitrine schob ich meine  Kopf durch die Öffnung und hob ihn an dessen Decke hoch, um mich von den grössten Schriften des Klosters segnen zu lassen. Dann stellte ich wieder Fragen, hörte zu. Bei einem BĂŒcherregal sah ich auf dem Boden die mir bereits bekannten Spuren. Ich fragte nur kurz unseren Guide, ob ich richtig lag und kroch dann darunter durch, um mich auf von diesen alten Schriftrollen segnen zu lassen und von ihrer Weisheit was abzubekommen. Aber dieses Mal war es so tief, dass ich dem Guide sagte, dass muss wohl fĂŒr Kinder sein. Ich habe dann auch tatsĂ€chlich eines erschreckt, das von seinem Vater dazu aufgefordert wurde, untendurch zu kriechen. Danach habe ich dem Guide und dem FĂŒhrer viele Fragen ĂŒber die Reinkarnation und die Seelen, hier sprechen sie eher vom Geist, und die verschiedenen Lamas gestellt. War wirklich sehr spannend.

Anschliessend gab es ziemlich spĂ€t Lunch und dann sind wir losgefahren und am spĂ€ten Nachmittag in Shigatse angekommen. Ich habe mich im Zimmer verkrochen, viel getrunken und musste deswegen auch dauernd aufs Klo. Aber lieber so im Hotel, statt unterwegs. Da habe ich auch mal kurz die HĂ€lfte vom neuen Buch gelesen. Dann haben wir uns in der Lobby fĂŒrs Dinner getroffen und sind kurz durch die Stadt gelaufen. Auf einem Platz vor dem Kloster hatte es ein paar Bronzestatuen und Matt machte natĂŒrlich wieder dauernd Blödsinn. Plötzlich rannte ein kleines MĂ€dchen zu Keith und umarmte ihn, sie kam ihm jedoch gerade mal zu den Knien. Zuerst fanden wir es sĂŒss, doch wir haben schnell gemerkt, dass das eine Bettelmasche war. Beim Restaurant habe ich indisch bestellt. Ja, das erste Mal kein Yak und weil ich zu wenig Geld in diesem Portemonnaie dabei hatte, habe ich sogar das erste Mal seit Tagen keinen Honig-Ingwer-Zintronentee bestellt. Sondern einen Barley Wine aus der Dose. Als die anderen das mitbekommen haben, haben sie alle geschimpft und gemeint, sie hĂ€tten mir doch noch so gerne was geliehen und jetzt sei der Tee nicht mehr das selbe, sie hĂ€tten nun ein schlechtes Gewissen, vor allem, weil ich immer die war, die den Tee als Tibet Tradition eingefĂŒhrt habe.

Danach sind wir wieder zurĂŒck gelaufen und haben wieder ein paar Lieder gesungen, obwohl die Britischen Jungs diesmal ihren Part vermasselt haben. Ich war schon in der Lobby und wollte Deb ein Foto zeigen, als die Britischen Jungs aufgeregt reinkommen und rufen: «Aurelia! Dort hat es ein kleines KĂ€tzchen!» Ich lief natĂŒrlich sofort los und habe es gesucht. Dabei ist mir die ganz Zeit ein Hund nachgelaufen und dann haben sich die KĂ€tzchen natĂŒrlich versteckt. Die andere haben dann den Hund verscheucht und so konnte ich dann doch zu dem kleinen schwarzen KnĂ€uel. Es war eines von zweien mit einer wunderschönen Schildpatt als Mama, die dem Hund am Liebsten an die Gurgel wĂ€re. WĂ€hrend die Jungs mit dem Guide eine rauchten und auf mich aufpassten, passte ich derweil auf das flauschige Trio auf und hatte ein paar Schockmomente, als die auf der Strasse sassen, unter einem Truck oder als wieder ein Hund kam und sie auseinander trieb.

Seid ihr auch schon gespannt, wie es weiter geht? Dann schaut rein bei der nĂ€chsten Episode von: „Relchen’s Adventures“!

Land 2 / Reisetag 9

Diese Nacht hatte ich sehr kalt. Ich bin wohl wirklich nicht fit, bin total verschnupft und heiser. Musste ein paar Mal aufstehen, weil ich aufs Klo musste, dabei habe ich doch so schon zu wenig getrunken. Wie immer.
Ich habe dann das FrĂŒhstĂŒck heute sausen lassen, weil ich lieber noch ein bisschen im Bett bleiben wollte, da wir ja heute so lange im Bus sitzen werden. Auf dem Weg zur Lobby fĂŒr das Check-out habe ich mir dann natĂŒrlich auch noch den Knöchel halbwegs verstaucht, weil ich auf der Treppe ausgerutscht bin. Ist jetzt aber schon wieder viel besser.

Dann ging es auch los mit der langen Fahrt. Ich habe mir das Nackenkissen aufgeblasen und zwischendurch immer wieder etwas geschlafen. Aber ich glaube, das Kissen ist kaputt, denn ich musste es immer wieder aufblasen und trotzdem verlor es jedes Mal wieder Luft. Die Landschaft von Tibet ist wirklich schön, nur die Passstrassen sind sehr schlecht erhalten und voller Schlaglöcher. Zudem hatte es bei jedem Stop solche Touristenfallen, bei denen du dich mit Yaks, Ziegen und Tibetischen Mastiffs (Hunderasse) fotografieren lassen kannst, gegen Geld versteht sich. Aber diese armen Tiere mussten in der brĂŒtenden Sonne stundenlang stehen und hatten nicht mal Wasser. Zudem habe ich mal mitbekommen, wie einer das Yak getreten hat, weil es sich mal hingesetzt hat. Das arme Tier. Bei einem anderen Stop hat der Besitzer das Yak angeschrien und du konntest richtig die Angst in den Augen des Tieres sehen. Das hat mir so leid getan. Bei diesem See, der hiess ĂŒbrigens TĂŒrkissee, hab ich ne tote Schildkröte gesehen, die schwamm auf dem Panzer und hatte sich zwischen den Steinen verhakt und ich bin jetzt noch unsicher, ob diese wirklich heimisch ist.

Auf einem anderen Pass gab es lauter bunte Gebetsfahnen und im Tal trafen sich zwei FlĂŒsse. Und da, wo das Wasser zusammenfloss stand eine alte Burgruine und da sah wirklich schön aus. Obwohl es so stĂŒrmisch war, war es ein richtig friedlicher Ort.

Wir haben heute insgesamt 3 PĂ€sse bewĂ€ltigt, einer davon sogar auf ĂŒber 5100 MĂŒM. Bei diesem musste ich mich leider geschlagen geben, der Luftdruck und meine verschleimte Stirnhöhle haben sich gar nicht gut vertragen. Deshalb liess ich den Gletscherfotoposten sausen und bin auf der anderen Seite zu Fuss zum Parkplatz. Da mein Weg jedoch ne Sackgasse war, habe ich mich durch eine Schafherde gequetscht und bin quer ĂŒber den Hang gelaufen zum nĂ€chsten Weg, der runter fĂŒhrte. Ich habe so gelitten da auf dem Pass, bin beinahe zusammen gebrochen. Ich konnte mich dann aber doch irgendwie den Berg hinunter zum Parkplatz schleppen und bin da mal noch aufs Klo. Ich sage euch, die Klos hier sind legendĂ€r! Wisst ihr noch das Klo mit der alten Frau? So eines war es hier auch, nur dass es nun komplett offen war. Du kommst also rein und kannst je nachdem bis zu 4 Leuten zusehen. Ich habe mir die hinterste Nische geschnappt und war zum GlĂŒck dieses Mal alleine. Dann ging es weiter mit dem Bus. Bei einem Gletscher habe ich ein paar SteinmĂ€nnchen gebaut, hier heissen sie Steinstupas.

Als wir in Gyantse ankamen, hatte es bereits im Hotel kein Warmwasser mehr, oder kaum und das Zimmer war eiskalt. Ich war froh, dass es nur fĂŒr eine Nacht war. Dennoch wĂŒnschte ich, ich könnte morgen ausschlafen und mich einfach im Bett ausruhen.

Seid ihr auch schon gespannt, wie es weiter geht? Dann schaut rein bei der nĂ€chsten Episode von: „Relchen’s Adventures“!

Land 2 / Reisetag 8

Heute war unser freier Tag und eigentlich wollte ich ausschlafen, da wir ja morgen so einen langen Tag im Bus verbringen mĂŒssen. Dennoch stand ich auf, habe mit der Gruppe gefrĂŒhstĂŒckt und mich dann dazu entschieden, mit den anderen um diesen HĂŒgel zu laufen und eine sogenannte Outdoor Kora zu machen. Das heisst, das ist ein Freiluftpilgerweg.

Schon am FrĂŒhstĂŒck hatte ich blinde Flecken und dachte zuerst, meine Linse wĂ€re dreckig, doch als wir auf dem Weg waren zu diesem HĂŒgel, hat sich ein regelrechter Druck hinter dem linken Auge gebildet und ich war ziemlich lange am Panik schieben, ob sich wieder eine Cluster-MigrĂ€ne anbahnt. Das wĂ€re nĂ€mlich das letzte, das ich wollte: blind in einer fremden Stadt herum zu irren und dabei vor Schmerzen zu sterben. Doch ich habe durchgebissen und es wurde schliesslich beim HĂŒgel besser. Bei diesem HĂŒgel hat es tausende von Buddha-Zeichnungen an den Felsen und die sind zum Teil immer noch sehr gut erhalten. Ich war schon sehr beeindruckt davon.

Bei einer kleinen Grotte mit weiteren Zeichnungen und Statuen hat mir ein Mönch auf tibetisch danke gesagt, weil ich was gespendet habe, und dabei mir liebevoll die Wange gestreichelt. Ich glaube, er hat mich gesegnet.

Draussen waren viele Menschen am Beten und dabei hat ein kleiner Pudel immer so herzzerreissend gebellt, dass ich einen leeren ButterkĂŒbel vom Boden nahm und ihm vom Brunnen Wasser geholt habe. Er hat gleich gierig getrunken und als ich mich umdrehe, standen da ein paar alte Frauen und die eine hat mir lĂ€chelnd beide Daumen hochgehalten und schlussendlich hat sich heraus gestellt, dass sie das Frauchen war. Ein junger Tibeter hat alles beobachtet und mir anerkennend zugelĂ€chelt und mich dann kaum aus den Augen gelassen und sogar fotografiert, auch meine Gruppe. Ich bin dann in ein Raum getreten, wo alles voller Kerzen war und es war unsagbar heiss drinnen, man bekam kaum Luft.

Wir sind dann weiter und haben noch eine grosse Gebetsrolle im Uhrzeigersinn gedreht, 3 x haben wir eine Runde gedreht. Danach haben wir bei Einheimischen ein paar Figuren aus Ton gekauft, ich unter anderem 10 StĂŒck der kleinen weissen Stupas, damit jeder der Gruppe ein kleines Souvenir hatte oder es irgendwo der Natur offerieren konnte. Anschliessend gingen wir zu einem Markt. Und ich finde dafĂŒr gar keine Worte. Aber es hat mir schon sehr das Herz gebrochen, wie die Tiere da gehalten wurden und gleich vor deinen Augen geschlachtet und ausgenommen. Und gleich daneben das GemĂŒse. DafĂŒr habe ich die Radieschen entdeckt, die wohl eher Radiesen waren! Grösser als meine Hand!

Danach sind wir zu einer kleinen Anhöhe vor dem Potala Palast, um nochmals ein paar Fotos zu schiessen. Dabei haben wir ein Fotoshooting gecrasht, aber die Dame in traditioneller Festkleidung sah einfach bezaubernd und traumhaft aus! Kaum war sie fertig, kam auch noch ein Brautpaar dran.

Wir sind jedoch dann weiter und haben den Park hinter dem Potala Palast erkundet. Dieser ist kaum den Touristen bekannt, dafĂŒr umso einheimischer. Denn in den verschieden Pagoden hat es richtig viele Menschen und in jeder Pagode wird unterschiedlich gesungen und getanzt. Von den ganz jungen bis zu den ganz alten. Das war unglaublich! Ich hatte Riesen Freude daran und am Liebsten mitgetanzt.

Auf dem RĂŒckweg zum Hotel gingen Deb und ich noch kurz in den Supermarkt, weil wir eine Karte suchten fĂŒr das Trinkgeld fĂŒr unseren Guide. Da hatten wir recht Schwierigkeiten uns zu verstĂ€ndigen, aber es hat dann doch irgendwie geklappt. Nur eine Karte fanden wir nicht. Danach habe ich mich von den anderen verabschiedet und mich ins Zimmer geschleppt und doch recht gelitten. Meine Nase ist super verbrannt und mein Gesicht leicht, genau so wie mein Hals und Nacken. Ich muss mich jetzt definitiv immer dran erinnern, stets einen Hut zu tragen. Egal, was fĂŒr ein Wetter ist. Ich habe das 3. Buch fertig gelesen und dann bereits angefangen zu packen. Danach habe ich die Sherlock Briefe gelesen, damit ich sie dann morgen nicht mehr mitschleppen muss. Kurz vor dem Treffen habe ich mich dann doch entschlossen, mit den anderen mitzugehen und mich halt nochmals angezogen. DafĂŒr sind wir in ein winziges Restaurant, welches beliebt bei den Einheimischen ist, vor allem bei den jungen Leuten. Ich hatte was ganz leckeres: Reis mit FrĂŒchten und Ginseng! Boah, voll geil! Wie der Reis mit Yakjoghurt: ein sĂŒsser Znacht. Die jungen Burschen am Nachbartisch haben immer zu mir rĂŒber gestarrt, aber wahrscheinlich waren sie einfach neugierig, dass eine Frau kurze Haare tragen kann und dann erst noch dunkles Bier trinkt 😀

Seid ihr auch schon gespannt, wie es weiter geht? Dann schaut rein bei der nĂ€chsten Episode von: „Relchen’s Adventures“!